
Das Gespräch mit Bookfluencer Tobias Milbrandt dreht sich um die Herausforderungen des regelmäßigen Lesens in einer von Ablenkungen geprägten Zeit und bietet konkrete Lösungsansätze. Ein zentrales...
Das Gespräch mit Bookfluencer Tobias Milbrandt dreht sich um die Herausforderungen des regelmäßigen Lesens in einer von Ablenkungen geprägten Zeit und bietet konkrete Lösungsansätze. Ein zentrales Hindernis ist das Smartphone, das oft unbewusst wertvolle Zeit beansprucht. Milbrandt empfiehlt hier eine radikale Herangehensweise, wie das physisische Weglegen des Geräts oder Apps, die den Zugang erschweren, um bewusster Lücken im Alltag mit Lesen zu füllen. Entscheidend ist es, den Zugang zu Büchern zu erleichtern, indem man stets eines bei sich trägt – ob gedruckt, als E-Book oder Hörbuch – und so Wartezeiten oder kurze Pausen effektiv nutzt.
Um die Lesefreude (wieder) zu entdecken, betont Milbrandt die Bedeutung, die passenden Bücher zu finden. Statt sich durch als langweilig empfundene Klassiker zu quälen, sollte man Themen wählen, die einen persönlich interessieren oder einen praktischen Nutzen versprechen. Zur Suche können Empfehlungen aus dem sozialen Umfeld, Buchhändler, Social-Media-Profile oder Bibliotheken genutzt werden. Zudem rät er davon ab, ein Buch aus Pflichtgefühl zu Ende zu lesen; es ist völlig in Ordnung, es nach 30-50 Seiten abzubrechen, wenn es nicht gefällt.
Die Entwicklung einer Lesegewohnheit wird mit Sporttraining verglichen: Man beginnt klein. Ein effektiver Trick ist, sich vorzunehmen, nur zwei bis drei Seiten zu lesen, was die Hemmschwelle senkt und oft in einen Lesefluss übergeht. Langfristig hilft es, feste Lesezeiten im Tagesablauf zu etablieren, beispielsweise als festes Ritual vor dem Schlafengehen. Milbrandt selbst liest trotz eines vollen Alltags etwa eine Stunde täglich, vor allem abends, und nutzt verschiedene Formate parallel. Letztlich geht es darum, Lesen nicht als Pflicht, sondern als bereichernde Quelle für Wissen, Inspiration und persönliche Auszeit zu begreifen und sich den Raum dafür aktiv zu schaffen.