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Fidel Castro Pt. 2: Cuba
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Fidel Castro Pt. 2: Cuba

Episode Snapshot

Die Kubakrise im Oktober 1962 brachte die Welt an den Rand eines Atomkriegs. Fidel Castro, der 1959 durch eine Revolution an die Macht gekommen war, hatte sich nach der gescheiterten US-Invasion in...

Quick Summary

Key Points

  • Die Kubakrise 1962: Castro erlaubte der UdSSR, Atomraketen auf Kuba zu stationieren, was zu einer Konfrontation mit den USA führte. Kennedy verhängte eine Seeblockade.
  • Castro forderte die UdSSR in einem Brief an Chruschtschow zu einem atomaren Erstschlag gegen die USA auf, um eine erwartete US-Invasion zu verhindern.
  • Die Krise endete mit einem geheimen Deal zwischen Kennedy und Chruschtschow (Abzug der Raketen aus Kuba und der Türkei/Italien), bei dem Castro übergangen wurde.
  • Nach der Krise verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Castro und der UdSSR, insbesondere wegen Castros irrationalem Verhalten.
  • Der ideologische Bruch mit Che Guevara: Che kritisierte die UdSSR als imperialistisch, was zu einem 40-stündigen Streit mit Castro führte. Che verließ Kuba und wurde 1967 in Bolivien getötet.
  • Castros innenpolitische Wende: Nach der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht 1961 proklamierte er Kuba als sozialistischen Staat, installierte ein Einparteiensystem und verfolgte Dissidenten.

Summary

Die Kubakrise im Oktober 1962 brachte die Welt an den Rand eines Atomkriegs. Fidel Castro, der 1959 durch eine Revolution an die Macht gekommen war, hatte sich nach der gescheiterten US-Invasion in der Schweinebucht 1961 zunehmend der Sowjetunion zugewandt. Aus Angst vor einer erneuten US-Invasion und ideologischer Überzeugung erlaubte Castro der UdSSR, auf Kuba Atomraketen zu stationieren. Die USA entdeckten die Raketen durch Spionageflugzeuge und Präsident Kennedy verhängte eine Seeblockade. Die Welt hielt den Atem an, als sowjetische Schiffe die Blockade erreichten, sich dann aber zurückzogen.

Doch Castro war nicht bereit, nachzugeben. In der Nacht vom 26. Oktober 1962, in einem Zustand extremer Erregung, diktierte er dem sowjetischen Botschafter Alexander Alexejew einen Brief an Ministerpräsident Chruschtschow. In diesem Brief forderte Castro die UdSSR auf, einen atomaren Präventivschlag gegen die USA zu führen, falls diese Kuba angreifen würden. Der Botschafter war entsetzt über diese Forderung, die einen nuklearen Holocaust bedeutet hätte. Castro ordnete zudem an, dass seine Truppen jedes US-Flugzeug ohne Vorwarnung abschießen sollten, und ließ Minen um die US-Marinebasis Guantánamo Bay legen.

Chruschtschow jedoch, der die Gefahr erkannte, ignorierte Castros Forderungen. Am 28. Oktober einigten sich Kennedy und Chruschtschow auf einen Kompromiss: Die UdSSR zog ihre Raketen aus Kuba ab, im Gegenzug beendeten die USA die Blockade und versprachen, Kuba nicht zu invadieren. Geheim vereinbarten die USA auch den Abzug ihrer Raketen aus der Türkei und Italien. Castro erfuhr von diesem Deal nur aus dem Radio und war wütend, dass die Sowjets ihn als bloßen Bauern auf dem Schachbrett der Supermächte behandelt hatten.

Diese Demütigung belastete das Verhältnis zwischen Kuba und der UdSSR nachhaltig. Hinzu kamen ideologische Spannungen mit Castros engstem Mitstreiter, Ernesto "Che" Guevara. Che, der als Wirtschaftsminister für die Industrialisierung Kubas verantwortlich war, scheiterte mit seinen ehrgeizigen Plänen, weil die Infrastruktur fehlte und die sowjetische Hilfe von minderer Qualität war. 1965 kritisierte Che die UdSSR öffentlich als "imperialistisch" und "ausbeuterisch", was zu einem 40-stündigen, hitzigen Streit mit Castro führte. Castro fürchtete, dass Che die lebenswichtige Allianz mit Moskau gefährdete. Che verließ Kuba, um Revolutionen im Kongo und in Bolivien zu entfachen, wo er 1967 gefangen genommen und hingerichtet wurde. Castro trauerte um seinen Freund, doch die Kubakrise und der Bruch mit Che hatten gezeigt, dass Castro zwar in Kuba ein unangefochtener Führer war, auf der Weltbühne jedoch stets von den Interessen der Supermächte abhängig blieb. Die Krise führte zu einer dauerhaften Spannung zwischen Kubas revolutionärem Anspruch und der geopolitischen Realität des Kalten Krieges.