
Zoe Gartner, eine Fotografin, die für ihre nachhaltige und werteorientierte Arbeitsweise bekannt ist, spricht in diesem Podcast über ihre künstlerische Reise und die Verbindung von persönlichen...
Zoe Gartner, eine Fotografin, die für ihre nachhaltige und werteorientierte Arbeitsweise bekannt ist, spricht in diesem Podcast über ihre künstlerische Reise und die Verbindung von persönlichen Überzeugungen mit kommerziellem Erfolg. Sie beschreibt ihre Kindheit im ländlichen New York, wo ihre Mutter, eine Keramikerin und Dokumentarfilmerin, ihr zeigte, wie Kunst mit sozialem Engagement verbunden werden kann. Dieser Hintergrund prägte ihre „ungeschriebenen Regeln“ für die Bildsprache, die sie bis heute verfolgt. Der Umzug nach Kalifornien war für sie essenziell, um einen Lebensstil zu finden, der ihrer Kreativität zuträglicher ist als die Härte New Yorks.
Gartner betont, dass sie ihre kommerzielle Modefotografie und ihre persönliche Arbeit nicht als getrennt betrachtet. Beide entstehen aus demselben kreativen Impuls, oft sogar auf derselben Filmrolle. Ein entscheidender Wendepunkt war die erste Porträtaufnahme eines professionellen Models, die ihr half, den Übergang von der Stillleben- zur Modefotografie zu meistern. Dabei lernte sie, in kurzer Zeit eine tiefe Verbindung zu ihren Motiven aufzubauen, was ihr half, authentische und nicht inszenierte Bilder zu schaffen. Die Zusammenarbeit mit starken Frauen der Branche, wie Phoebe Philo oder Miuccia Prada, sieht sie als entscheidende Meilensteine ihrer Karriere.
Ein zentrales Thema ist der „weibliche Blick“ in der Fotografie. Gartner erklärt, dass sie als junge Frau durch die stark sexualisierten Bilder der Modeindustrie, die oft von Männern geschaffen wurden, traumatisiert wurde. Ihre Arbeit ist daher eine bewusste Antwort darauf: Sie möchte Frauen als reale, unperfekte und dennoch schöne Wesen zeigen. Sie glaubt fest daran, dass Bilder nicht nur schädlich, sondern auch therapeutisch und ermächtigend sein können, sowohl für die Fotografierten als auch für die Betrachter.
Die Mutterschaft vor fünfeinhalb Jahren führte zu einer weiteren Verschiebung ihrer Perspektive. Ihre neue, intimere Bildsprache, die in ihrer jüngsten Ausstellung und einem bevorstehenden Buchprojekt zum Ausdruck kommt, zeigt weniger den Drang, in der lauten Konsumwelt präsent zu sein, sondern mehr das Bedürfnis nach ruhigeren, tiefergehenden Räumen. Dennoch sieht sie den Wert darin, mit ihrer Arbeit weiterhin ein breites Publikum zu erreichen, etwa durch Magazine oder Werbung.
Schließlich spricht Gartner über ihr Engagement im Wellness-Bereich mit dem Produkt „Neonutrition“. Dieses Projekt ermöglicht es ihr, die Themen Spiritualität, Verbundenheit und Achtsamkeit jenseits des Modekontextes zu behandeln. Sie sieht einen großen Hunger in der Gesellschaft nach tieferem Verständnis und echter Verbindung, was durch globale Krisen noch verstärkt wird. Ihr Ziel ist es, diese Werte zugänglich zu machen und so einen positiven Beitrag zu leisten.